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Archive for the ‘Splitter’ Category

Erst beschwert, dann doch erleichtert?

13 Feb

Ein Fortbildung im Fachbereich Deutsch, das bedeutet: Viel Neues und Wichtiges mitnehmen, aber auch Redundanzen aushalten zu lernen. Alles sollte sich um die Münsteraner Rechtschreibanalyse drehen, eine absolut wertvolle Einrichtung der Uni Münster, die überforderten Lehrern dabei hilft, eine professionelle Rechtschreibanalyse der Schüler vorzunehmen, aber das war leider nicht immer der Fall. Da saßen wir nun, gespannt auf neue Informationen, den Austausch von Konzepten und tollen Ideen. Und eine volle Stunde lang gelang das auch, doch dann schweifte die Diskussion manchmal ein wenig ab…

So übte man konstruktive Kritik am umfangreichen Material der Rechtschreibanalyse: Man möge doch bitte das Adjektiv “leer” aus dem Material herausnehmen, da eine Steigerung sinnlos sei. Nach diesem Dammbruch (und natürlich ist es literarisch durchaus sinnvoll, zu wissen, dass man “leer” steigern darf) preschten Weitere vor und forderten die Streichung der Worte “Säule” und “Lot”. Sie hätten Schüler, die selbige nicht kennen. Ich forderte innerlich die Abschaffung von Lehrern, die das Wörterlernen abschaffen wollen.

Nach einem kurzen Austausch dazu, ob fertige Lösungsbeispiele besser in Druckschrift oder Schreibschrift abgedruckt werden sollten, erging man sich in Tiraden über die ach so unsägliche vereinfachte Ausgangsschrift. Eine Kollegin schlug vor, das Fördermaterial für die Sekundarstufe I mit drei Hilfslinien zu versehen, damit die lieben Kleinen wüssten, wo sie Ober- und Unterlängen hinschreiben müssen. Ich blinzelte heimlich auf die Einladung und suche das Wort “Primarstufe”, konnte es aber nicht finden.

Zu guter Letzt bekamen auch noch die Schulbücher ihr Fett weg, die bei all dem eigentlich gar keine Rolle spielten. Dass doofe Aufgabenstellungen uns das Leben versauern, habe ich nun gelernt. Und, dass man sich durch das ganze Beschweren insgeheim doch zu erleichtern scheint? Was physikalisch paradox erscheint, ist im Lehrerberuf nur folgerichtig…

 

Kurzschluss

25 Mai

Wilhelm von Humboldt hat uns über die Süddeutsche einen offenen Brief zukommen lassen. Der arme Tropf, niemand wird ihn ernstnehmen, sind wir doch soeben fleißig dabei, ihn abzuschaffen.

Bei Mandy entspinnt sich eine Diskussion über die fehlende Bereitschaft von Lehrern, das Internet und Web2.0-Dienste im Unterricht einzusetzen. Sind es die strukturellen Bedingungen, mangelnde Kompetenz der Lehrkräfte oder ganz andere Gründe? Vielleicht kann ja jemand der erfahreneren Mitleser Sinnvolles beisteuern? (via e-Denkarium)

Hmmm… mehr Humboldt durch Web2.0? Wäre doch mal ‘n schöner Kurzschluss, dem zu folgen sich lohnen könnte…

 

Dies und das

15 Mrz

In Gesprächen mit anderen Referendaren stelle ich fest, dass (noch) keiner sich traut, zum Arzt zu gehen, wegen möglicher Folgekosten. Ich bin zum Glück ohne körperliche Beschwerden, habe aber meinerseits auch keine Vorstellung, worauf man achten muss bei diesem ganzen Beihilfe- und Versicherunggedöns. Das ist der Vorteil der Schriftsprache: sie kodifiziert und balsamiert, aber gleichzeitig entstehen auch undurchdringliche Dschungel, durch welche nur noch Fachleute ihren Weg finden. Ist ja ganz nett, wenn man alles irgendwo nachlesen kann, hilft aber wenig, wenn es unverständlich strukturiert und formuliert ist. Read the rest of this entry »

 

Splitter

08 Mrz

Ich sitze vor meinem Schreibtisch, packe zwei schwere Bücher aus meinem Rucksack auf die Platte, krame die rote Butterbrotdose hervor und habe ein déjà-vu. Nur stehe ich nun auf der anderen Seite. (Komm Luke…)

 
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