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Archive for the ‘Pädagogik’ Category

Privatleben reanimieren

03 Mai

Hrmpf. Immer noch dieser deprimierende Verlag20-Artikel ganz oben. Aber leider ist bei mir zur Zeit Ideenflaute bzw. vielmehr Zeitflaute. Es ist deutlich zu merken, dass die Blogfrequenz in den Ferien ansteigt. Allerdings arbeite ich daran und versuche, mir Freiräume zurückzuerobern. Zum Beispiel habe ich angefangen, wieder zu joggen. Naja, bin erst zweimal gelaufen, aber heute wird es dann wohl das dritte Mal werden. Und eine Rollenspielgruppe scheint sich aufzutun, in der man dann mal tageweise in eine fantastische Welt abtauchen kann, in der keine Schulen und Klassenarbeiten existieren. Und wenn mir irgendein böser Magier einen Stapel Hefte in den Helden-Rucksack stopft, dann werfe ich ihn in den nächstbesten Fluss.

Gegen eine Ideenflaute hilft aber auch der Besuch fremder Schulen. So hat eine kleine Delegation unserer Schule incl. meiner Wenigkeit das Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen besucht und ich muss schon zugeben, dass das sehr anregend war. Man öffnet dort peu a peu die Raumstrukturen und kommt dadurch zwangsläufig zu einem offeneren Unterricht, der nicht auf die frontale Tafel ausgerichtet ist. Ähnliches überlegen wir jetzt auch, helfen sollen dabei Elemente des flexiblen Klassenzimmers. Einiges davon verwenden wir schon, wie z.B. Tische und Stühle, über anderes denken wir nach. Das flexible Tafelsystem ist schon nicht schlecht und die Schüler haben immer wieder mal einen Grund, sich zu bewegen. Gerade bei unserem Doppelstundenraster fällt auch mein Unterricht oft viel zu stubenhockerisch aus. Bei so einem Besuch bekommt man nicht übel Lust, gleich mal die ganze Schule umzugestalten.

Naja, ich fange erst einmal im Kleinen an: Neue Ablagesysteme für Elternbriefe und Arbeitsblätter werde ich anschaffen und evtl. den Gardinentrick anwenden, so das bei unseren Wänden funktionieren mag…

(Entschuldigt diesen unzumutbaren Schreibstil, aber ich habe gerade keine Lust, alles umzuschreiben…)

 

Kurzer Einwurf zur “Jungen vs. Mädchen”-Debatte

08 Mrz

Mein alter Herr, der in den sechzigern die Schule besuchte, als noch Rohrstöcke geschwungen wurden unter einer großteils männlichen Lehrerschaft, prägte mein Männer- und Frauenbild nachhaltig, indem er mir im Grundschulalter immer wieder erzählte, dass die Mädchen zu seiner Zeit in der Schule tendenziell strebsamer und fleißiger gewesen seien als Jungen.

Machen wir uns da vielleicht heute nur wieder selber die Pferde scheu?

 

Juggern in der Schule

14 Nov

Bevor ich irgendetwas schreibe, möchte ich hier per Youtube eine Sportart präsentieren, die ich mir gut an vielen Schulen vorstellen kann (ab 1:00 geht’s richtig los):

Jugger nennt sich dieser Sport, eine Mischung aus Rugby, Gladiatorenkampf und Quidditch ohne Schnatz, basierend jedoch auf dem Film “Blood of Heroes”. Ziel dieses Mannschaftssports ist es, dafür zu sorgen, dass der unbewaffnete Läufer den “Hundeschädel” in das Mal stecken kann, denn dann gibt es einen Punkt für das Team. Gekämpft wird mit unterschiedlichen Waffen: Q-Tip, Langpompfe, Kurzpompfe (und Schild), Stab und Kette.

Bei weitem weniger martialisch geschmückt, aber dennoch mit einem mulmigen Gefühl stand ich dann heute auf dem Sportfeld, denn zwei meiner Kollegen hatten zur Fortbildung im Bereich Jungsförderung geladen. Die Waffen lagen bereit, vor allem Q-Tips und Stäben, aber auch Kurzpompfen, ein Schild und zwei Ketten. Einige anwesende Schüler hatten auch selbstegbaute Q-Tips mitgebracht und schon beim ersten Spaßgefecht mit dem Sportkollegen wurde mir klar, dass man körperlich schnell an seine Grenzen kommt, wenn man nur versucht, den anderen mit seiner Waffe zu erwischen – was das dann geben sollte, wenn die Rugby-Elemente dazukommen sollten, war mir schleierhaft.

Was jedoch im obigen Video wie eine wilde Keilerei aussieht, ist ausreichend reglementiert, damit niemand zu Schaden kommt. Auch die martialisch-archaisch anmutenden Waffen sind harmloser als so manche durch Schulflure gekickte Wasserflasche oder hinterhältig geworfene Schneebälle. Auch härtere Gefechte übersteht man schmerzfrei und Kopf- und Genitalbereich sind als Trefferzonen ausgenommen.

Beide Mannschaften postieren sich an entgegengesetzten Spielfeldrändern, der Hundekopf liegt in der Mitte und auf Kommando gilt es, laut schreiend dafür zu sorgen, dass der eigene Läufer den Kopf zum gegnerischen Mal bringen kann. Die Kämpfer müssen ferngehalten und der gegenerische Läufer möglichst gepinnt werden. Trifft man einen Gegner, muss dieser fünf Sekunden kniend laut abzählen und darf dann wieder eingreifen, es sei denn, er wird gepinnt. Pinnen bedeutet, dass man seine Waffe an den Gegner hält und dieser solange hocken bleiben muss. Fairness ist hier unbedingt nötig: Man muss auf die Knie, wenn man getroffen wird, und auch langsam zählen. Bei Meinungsverschiedenheiten gibt es ein Stopp-Signal, auf das hin sich alle in der Mitte treffen und eine Lösung für das Problem suchen.

Und spätestens hier wird Jugger pädagogisch: Ein hartes, martialisch anmutendes Spiel mit einfachen Regeln trifft auf die Möglichkeit, Konflikte eben nicht auf handfeste Weise zu lösen, sondern zu besprechen und Kompromisse zu finden. Reizvoll ist dabei die vermeintliche Härte des Spiels (mangelnde Kondition ist hier viel schlimmer als mangelnde Körperkraft…), mit der man wilde Jungs begeistern kann, gleichzeitig aber auch das Einüben von Fairness, Taktik und gewaltfreier Konfliktlösung. Nicht umsonst ist die AG nur für bestimmte Jungs geöffnet und auch die Kollegen aus anderen Schulen beschäftigen sich mit Jungsförderung. Doch nebenbei bemerkt: Auch Mädels können hier gut mitmischen, da die Waffen hier für Chancengleichheit sorgen. Es geht ja eben nicht darum, den Gegener aus den Socken zu hauen, sondern ihn lediglich zu berühren. Die zwei anwesenden Kolleginnen haben dann auch gleich ordentlich mitgemischt.

Ganz nebenbei ist mir die Idee gekommen, dieses Konzept doch irgendwann einmal auf eine neue Geschichts-AG zu übertragen: Die Gladiator-AG. Dabei könnte man die Waffen (relativ günstig) selber bauen und um neue Waffentypen erweitern, die denen römischer Gladiatoren entsprechen. Man könnte so Kampfweisen experimentell erproben, sich die Ernährungsweise anschauen und einmal nachempfinden, wie anstrengend nur wenige Minuten im direkten Kampf Mann gegen Mann sind. Auch historische  Schlachten bekommen so einen anderen Beigeschmack – es ist mir nach dem heutigen Tag unerklärlich, wie man da heil herausgekommen sein will. Eine Verschnaufspause muss einem Todesurteil gleichgekommen sein…

 

Der Klassenrat – hat da jemand Erfahrungen?

04 Okt

Als Klassenlehrer sieht man sich dann doch neuen Herausforderungen gegenüber, gerade dann, wenn man eine fünfte Klasse leitet, die aus lauter kleinen Leuten besteht, denen vieles an der neuen Schule unbekannt und ungewohnt ist, und denen darüber hinaus auch in puncto Sozialverhalten vieles vermittelt werden muss.

Mit Kleinigkeiten wie dem Siezen von Lehrer fängt es an, zieht sich über Gruppenfindungsprozesse bis hin zu alten zwischenmenschlichen Ungereimtheiten aus der Grundschulzeit. All das kulminiert im Klassenzimmer und um der vielen Baustellen gerecht werden zu können, überlege ich gerade, ob ich die Institution “Klassenrat” in meiner doch noch jungen Klasse einführen soll.

Der Klassenrat wird von den Schülern organisiert, bekommt eine bestimmte Zeit zur Verfügung gestellt und nimmt sich in dieser der Probleme der Klasse an und sucht nach Lösungen, mit denen alle Betroffenen einverstanden sind. Dazu wird entweder ein Plakat oder ein Buch geführt, wo gesondert Lobenswertes, Wünschenswertes und Probleme festgehalten werden, was dann Anlass für Gespräche im Klassenrat bietet. Dieser findet bevorzugt im Sitzkreis statt, wobei der Lehrer möglichst keine Sonderrolle einnehmen sollte, was zunächst einmal als Nahziel betrachtet werden sollte, denn ohne Hinführung wird keine Klasse einen Klassenrat eigenständig führen können. (Mehr dazu auf Wikipedia, bzw. den dort befindlichen Links; siehe auch “Praxisbuch Klassenrat“)

Nun gehe ich schwanger mit diesem Gedanken und bin kurz davor, den Klassenrat aus der Taufe zu heben, aber ich wollte dennoch die Gelegenheit nutzen, euch einmal zu fragen, welche Erfahrungen ihr mit dem Klassenrat gemacht habt. Ist er Zeitverschwendung? Ein Abwälzen der Probleme auf die Schüler? Überforderung der Schüler? Erziehung zur Demokratie? Werden Probleme wirklich gelöst oder nur durchgekaut?

 
 

Platt, platter, pädagogische Studie.

18 Sep

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Akribie wir in unserer Gesellschaft Schulversagen nachspüren. Keine Studie, mit der wir nicht auch die hinterletzen Möglichkeiten für Versagen ausloten, beleuchten und vermessen, um letztlich darauf zu kommen, dass an allem nur…

… der falsche Vorname schuld ist. Ich sehe sie schon vor mir, die Horden von erbosten und empörten Eltern, ich höre sie lauthals: “Mein Justin, mein Kevin, meine Angelina! Ihre Ungerechtigkeit, Ihre Vorurteile haben ihnen die Zukunft verbaut!” Während um uns herum verletzte Menschen in unserer durchgestylten Welt mit Molotow-Cocktails schmeißen, halten wir uns die Ohren zu, verlieren uns im Detailgefiedel, und versuchen auch noch die letzte Schraube zu finden, mit deren Hilfe wir am Ende noch ein wenig mehr aus unseren Kindern herauspressen können.

Dabei ist das Problem schon lange bekannt, Halo-Effekt genannt, und wird uns nun in neuen Schläuchen angeboten. Optimierungswillige Eltern werden den sauren Wein literweise saufen, bis man ihnen eine neue empirisch bestätigte Droge einschenkt, und sie ihren Kindern vorurteilsfreie Pullover und Hosen kaufen, vorurteilsfreie Haarschnitte frisieren und demnächst aufs vorurteilstriefende Lehrerauge optimierte Brüste präsentieren. Platt, platter, pädagogische Studie.

Jemand, der auf eine kluge Art und Weise in seinem Buch Schulkummer den Problemen unserer Schulversager hinterherspürt, ohne dabei auch nur eines dieser blöden Klischees zu bedienen, heißt Daniel Pennac. Drüben bei Jochen hat mich Claudia Boerger auf dieses wunderbare Buch aufmerksam gemacht, dessen Lektüre seinem Leser viel Freude bereitet und das dem Lehrer in mir viele und tiefe Einblicke in das Leben, Denken und Leiden der “Cancres”, der Schulversager, geschenkt hat.

Wer von einem Schulversager höchstselbst etwas über Schulversagen erfahren will, wer herzenswarme Einblicke, statt kalter empirischer Vorwürfe in Händen halten möchte, der sollte dieses Buch lesen und die nach Empörung heischende Studie links liegen lassen.

Daniel Pennac - Schulkummer

 

Im Garten der Wissenschaft

17 Apr

Einen schönen Artikel über Antiintellektualisierung der Pädagogik, Wertediskurse, einen vergessenen Kant und disziplinierte anti-autoritäre Erziehung findet man bei Sciencegarden.de.

 

“Bildung ist ein Standortfaktor”

20 Okt

Und wir können lernen von all denen, die in den vergangenen, effizienzbesoffenen Jahren besonders out waren: Von den Schülern altsprachlicher Gymnasien zum Beispiel, die ihren marktgetrimmten Altersgenossen immer schlechter erklären konnten, wozu Latein und Griechisch denn gut seien. (…) Von Lehrern, die nicht glauben, dass sie ein Produkt herstellen – sondern, dass sie Kinder erziehen. Von all diesen Menschen könnten auch die Marktradikalen etwas lernen: dass eine Gesellschaft andere Kraftquellen hat und andere Kraftquellen braucht als nur den Profit. (Zeit)

Dabei fiel heute im Seminar wieder das Wort vom “Standortfaktor Bildung”. Bildung scheint für Menschen, die so sprechen, lediglich eine volkswirtschaftliche Ressource wie Kohle und Öl zu sein, die man den entsprechenden wirtschaftlichen Bedürfnissen gemäß heranzüchten und ausbeuten kann. Die Folgen einer solchen Politik sehen wir heute an einer angeblich von Anette Schavan unterdrückten Studie: Fast 20.000 Abiturienten haben sich wegen der Studiengebühren gegen ein Studium entschieden.

Ganz anders die beiden Hauptschullehrer, die heute im Seminar eine Fortbildung leiteten. Diese führten uns Referendaren praxisnah (sprich: sie behandelten uns wie ihre Schüler) vor, wie ein Tag an ihrer Konrad-Adenauer-Hauptschule in den Klassenstufen 5 und 6 aussieht. Ich kann das jetzt nicht in Gänze ausführen, aber diese engagierten Lehrer schaffen es tatsächlich, ihren Schülern einen Projektunterricht im dewey’schen Sinn anzubieten, der ihnen tagsüber weitestgehend über ihren Unterricht Wahlmöglichkeiten lässt, sogar so weitgehend, dass die Schüler die Möglichkeit haben, eine Woche weniger Mathe zu machen, eine andere Woche dafür mehr.

75 Schüler werden von zwei Lehrern betreut. Das Tagesprogramm legen die Schüler selbst in der ersten Stunde fest, indem sich jeder Schüler für einen von mehreren Punkten entscheidet, die ihm an der Tafel präsentiert werden. Die Abstimmung läuft äußerst straff, so wie der ganze Unterricht einem strengen Reglement unterliegt, was uns Referendare einige Mal kräftig schlucken ließ. Bspw. geben die Lehrer vor, wieviele Fragen zu einem Thema gestellt werden dürfen. So müssen dann jeder einzelne der 75 Schüler überlegen, ob seine Frage jetzt wirklich sinnvoll und nicht nur Zeitschinderei ist, denn wenn durch Drömelei eine von maximal drei Fragen verloren geht, ist das eine Möglichkeit, sich ganz schnell unbeliebt zu machen. Klare Zeitvorgaben und keine Kompromisse sind Programm.

Auf der anderen Seite steht die große Freiheit, die die Schüler in ihren Entscheidungen haben. Am Ende stehen Produkte: Filmsequenzen, Baseballkappen, Handwerksarbeiten. Die Schüler in den Filmsequenzen sprechen alle eloquent, machen keinen “unterbelichteten” Eindruck. Die Fächer finden Verbindung in den Projekten, die man hier sonderbarerweise “Netzwerke” nennt. Beim Projekt (ich nenne es Projekt :-P) “Fahrzeug” müssen die Schüler einen Bericht anfertigen, physikalische Grundlagen klären und eine Präsentation ihre Fahrzeuges vorbereiten.

Er hätte keine Bauchschmerzen mehr, seitdem er sich frei entscheiden könne, was er am Tag machen wolle, sagt ein junger Mann. Ich glaube es ihm unbenommen, es klingt nicht gestellt. In die Uni seien sie nun eingeladen worden, erzählen die beiden Lehrer, um ihre Schule vorzustellen. Das wäre ein tolles Projekt, an dem die Schüler schon arbeiten würden.

Das sind sie: Lehrer, die nicht glauben, dass sie ein Produkt herstellen – sondern, dass sie Kinder erziehen.

 

Förderung

03 Jul

Je länger und öfter man den Diskussionen im Studienseminar folgt, umso deutlicher kann man gewisse – ich nenne es mal Lager – erkennen. Diese scheinen von etablierten politischen Grundhaltungen, Werten und Weltbildern gespeist zu sein und führen leider Gottes dazu, dass man bei einigen Diskutanten den Eindruck gewinnt, dass ihnen eine gewisse Lagerzugehörigkeit wichtiger ist als die jungen Menschen, die sie unterrichten sollen bzw. dass sie am liebsten nur Menschen unterrichten wollen, die den Vorstellungen dieses Lagers entsprechen. Besonders deutlich wird das bei hitzigen Debatten zum Thema Förderung.

Da gibt es die einen, die bei jeder Diskussion und zu jedem(!) Thema auf die Förderung von Einwandererkindern verweisen. Völlig egal, ob es gerade um Mono- oder Koedukation, Leistungsmessung, Gruppenarbeit oder weiß der Himmel was geht: Das Thema kommt garantiert. Ich finde es auch sehr wichtig, Schwache zu fördern, hinderliche Strukturen aufzubrechen und nach Kräften Chancengleichheit herzustellen, aber ich muss das nicht jedem bei jeder unpassenden Gelegenheit kontraproduktiv aufs Butterbrot schmieren. Alleine dabei bleibt es allerdings nicht…

…denn es gibt auch die anderen. Sobald der Begriff “Förderung” fällt, rattern bei denen die Rollos runter und einzig eine Phrase ist ihnen zu entlocken: “Wir müssen auch die Hochbegabten fördern! Hochbegabte werden viel weniger gefördert.”

Und dann könnte ich schreien! Dieses elende gegeneinander Aufwiegen! Als ob das eine dem anderen die Luft zum Atmen nehmen würde! Als ob man nicht beides gleichermaßen anvisieren könnte, sowohl im Unterricht als auch in der Schulentwicklung. Aber nein, die Damen und Herren haben Ideologien zu verfechten und Egos zu füttern und wollen entweder als Rächer der Enterbten in die Annalen der ewigen Lehrer des Jahres eingehen oder sich mit den Lorbeeren der zukünftigen Elite zu schmücken. Macht ja auch mehr her, wenn man die “Tollen” unterrichtet, die zukünftigen nobelpreistragenden, bachmannbeehrten und karlspreisgeschmückten Superschüler. Dann ist man ja auch irgendwie ein… Elitelehrer!?

Was das soll, frage ich mich? Ich habe ja auch meine politischen Präferenzen, aber ich bin immer noch Lehrer für alle meine Schüler und nicht nur für leistungsschwache oder die, für deren gute Leistung ich kaum einen Finger krumm zu machen bräuchte.

 

Ein schwarzes Wort

07 Apr

Wie schlimm sich manches anhört, wenn man ein “Pädagogik” dranhängt. Fiel mir letztens auf, als eine Referendarin mich der “Tafelpädagogik” bezichtigte, weil ich offenbarte, dass ich Tafeln optisch ansprechender fände als Folien. “Furchtbar, diese Tafelpädagogik!”, war ihr Kommentar, während ich erschrocken zusammenzuckte. Die Tafel gewann durch die Pädagogik gleich einiges an Düsternis.

 
 

“Mischwald ist besser als Monokultur”

12 Apr

So lautet These 1.1 in Hilbert Meyers “Was ist guter Unterricht”, nachdem Meyer zugibt, auf der Grundlage empirischer Studien seine Vorurteile Offenen und direkten Unterricht betreffend fallenlassen zu müssen. Ich bin erstaunt.

Folgt man Meyer und geht noch ein kleines Stück weiter als Meyer selbst, dann kann man zu dem Schluss kommen, dass die Frage nach dem “richtigen Konzept” möglicherweise nicht die entscheidende für guten Unterricht ist. Doch dabei bleibt es nicht. Weitere erstaunliche Befunde listet Meyer auf:

Geringen Einfluss auf die Qualität des Unterrichts haben, laut Meyer, die Klassengröße(!), das Unterrichtsmaterial und der Gebäudezustand, und auch eine hohe Schülerbeteiligung sei nicht automatisch Maßstab für Lernerfolge. Read the rest of this entry »

 
 
 

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