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Archive for the ‘Beruf Lehrer’ Category

Die Klassengröße hat keinen Einfluss…

22 Jun

Ein Kollege wies mich darauf hin: Ich solle doch mal auf der Homepage des NRW-Schulministeriums schauen, da würde man mit einer „tollen“ Studie zum Thema Einfluss der Klassengröße beeindrucken. Gesagt, getan. Und schon im ersten Absatz zieht’s mir die Schuhe aus:

“Die Klassengröße spielt keine wesentliche Rolle bei der Leistung der Schülerinnen und Schüler.” Damit räumt Wilfried Bos, deutscher Koordinator der internationalen Grundschullesestudie Iglu, mit der gängigen Annahme auf, dass die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in einer Klasse ausschlaggebend für den Lernerfolg seien. “Ob in einer Klasse etwa 24 oder 26 Kinder oder Jugendliche lernen, hat kaum Auswirkungen auf die Lernleistungen“, sagte der Professor auf einer Vortragsveranstaltung des NRW-Schulministeriums in der Düsseldorfer Luisenschule. (Schulministerium NRW, Hervorhebungen von mir)

Für eine solche Frechheit möchte ich eigentlich jetzt gerade in diesem Augenblick fleißig Backpfeifen verteilen. Alleine für 26 Kinder wäre ich froh… und diese Studie ist mal wieder in den Medien hoch und runter zitiert worden. Zumal die Klassengröße nicht nur Auswirkungen auf „Lernleistungen“ (wie immer man die definiert) hat, sondern auch auf Klassenklima, Raumsituation und Nervenkostüm der Lehrkräfte.

Weiß jemand, ob man die komplette Studie irgendwo bekommen/herunterladen kann?

 

Mama, ich will Lehrer werden!

12 Jun

Screenshot von Spiegel-Online

Quelle: Spiegel-Online

Und das wundert mich gar nicht! Immerhin hat der Lehrerberuf von allen Berufen etwas. Streitschlichter und Richter sind wir schon lange, einen Erste-Hilfe-Pack trage ich auch in meiner Tasche, Umweltschützer sind wir sowieso, als Postbote fühle ich mich täglich und militärische Elemente sind in unserem Beruf nicht gänzlich auszuschließen, immerhin müssen wir neben der Gruppenführung (sowohl auf offenem Feld als auch im Unterholz) auch im Umgang mit ballistischen Geschossen (Radiergummireste, Papierschnipsel) geübt sein. Wenn wir uns jetzt noch gezielt in der Feuer- und Verbrechensbekämpfungskompetenz schulen, werden wir demnächst auf der Wunschliste ganz vorne sein!

 
 

Meine eigene Oma!

13 Mrz

“Der Jung’ hat ja mittags frei!”

Sagt Oma. Meiner Mama. Am Telefon. Um anzudeuten, dass man Termine ruhig planen könnte, ohne mich zu fragen. (So… und jetzt wird weiterkorrigiert…)

 
 

Gymnasial

17 Sep

Erneut ein Amoklauf und wieder einmal an einem Gymnasium… das sollte uns langsam zu denken geben, meint ihr nicht auch? Oder sollen es doch wieder die Computerspiele gewesen sein…

 
 

Ich bin kein Superlehrer…

16 Jun

… auch wenn sie gerade bei Deutschlands prominentestem “Bildungssender” als Dokutainment durchs Fernsehn purzeln und drei der Lehrer eigentlich gar keine Lehrer sind. Früher hätte ich mich ja mit Eifer (und viel Schaum vorm Maul) auf ein solches Format gestürzt, aber diesertags kann ich es nicht mal schauen, denn …

… ich liege  b e g r a b e n  unter Klassenarbeiten, die diese Woche noch korrigiert sein wollen/sollen/müssen. Ebenso wie der Unterricht vorbereitet sein will. Und Nachprüfungen abgenommen werden müssen. Im nächsten Durchgang lege ich mir dir Arbeiten anders! Dann müssen die Schüler eben früher schwitzen. Ich bin halt kein Superlehrer…

 

Das erste Mal: Protokoll in der Mündlichen

20 Mai

Zum ersten Mal Protokoll für mündliche Abi-Prüfungen geschrieben. Das war gar nicht soo anstrengend, wie gedacht und gleich heute wurde auch eines meiner Protokolle gebraucht. Nicht jeder war mit seiner Zensur zufrieden. Es war ganz gut, noch einmal Prüflinge in action zu sehen, bevor ich nächstes Jahr meinen eigenen Kurs ins Abi schicke – jetzt weiß ich, was ich denen noch einmal besonders einschärfen muss: Knallt den Prüfern nicht nur Faktenwissen vor den Latz, sondern verknüpft diese Fakten miteinander und kommt zu einem Sach- und Werturteil! Anforderungsbereich 3 ist bei manchen wirklich kaum oder gar nicht erreicht worden – was vielleicht auch am falschen Bild von Geschichte liegen mag. Tränen hat es auch gegeben und ich war dankbar, dass eine der erfahrensten Kolleginnen anwesend war, um die Sache wieder hinzubiegen…

Man lebt sich ein, an der “neuen” Schule. Ich überlege aktuell, wie ich den Raum für meine neuen Fünfer gestalten kann, wie man ihn “fünferfreundlich” macht und wie ich meine zurückhaltend-trockene Art, mit der ich in Mittel- und Oberstufenklassen recht gut klarkomme, bei den grundschulgewohnten Zwergen ablegen kann. Ein wenig mehr Herzlichkeit wünschte ich mir manchmal schon, aber da liegt irgendwo ein großer Schatten, über den ich nicht so leicht springen kann…

Die letztwöchige  Klassenfahrt war übrigens spitze. Besonders ein “Problemschüler” haut jetzt richtig rein und muss nicht immer den Kasper mimen. Bei den Aktionen während der Klassenfahrt konnte er richtig zeigen, was ihm Spaß macht und wo er seine Stärken hat, mit denen er auch ohne Clownsgehabe bei anderen ankommt – das merkt man jetzt. Bilde ich mir zumindest gerade ein.

Weiterhin werde ich ein wenig Web2.0-müde. Neben dem ganzen Alltagsgedöns auch noch den Feedreader checken, die 100 neuesten Tweets lesen, ins Moodle reinschauen, Links folgen, Diskussionen durchdenken und eigene Blogbeiträge schreiben – das ist zu viel für mich. Ich strecke die Waffen und nehme mir von einigen Web-Diensten eine Auszeit. Bloggen werde ich aber weiterhin, zwar wenig fleißig, aber dafür immer wieder mal ein bisschen.

 

Hat jemand ‘nen Tipp für dem ultimativen Lehrerrucksack???

06 Mai

Ich hatte obige Frage schon einmal getwittert und wirklich gute Antworten bekommen, sodass ich aktuell den Gedanken hege, mir einen großen bis mittelgroßen Crumpler zuzulegen. Vielleicht ist das aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss und jemand hat noch einen besseren Hinweis für mich?

Was ich suche, ist ein Rucksack(!), der dem Lehreralltag gewachsen ist und hinreichend Platz für Bücher und Standardzeugs wie Magnete, Kreidedöschen und evtl. sogar ‘nen Stapel Klausuren bietet. Kennt jemand so ‘ne Wundertüte? Dann bitte unten einen Hinweis hinterlassen!

 

Das große Schülerauge

21 Apr
Heute. Zweite große Pause. Pausenaufsicht. Ich gehe durch den leeren Flur und bleibe vor Klassenraum XYZ stehen. Ich weiß, darin sitzen noch Schülerinnen einer mir unbekannten Klasse. Sie wissen, dass ich gleich kommen werde. Es ist ein Ritual. Auch heute wieder. Mit einem kleinen Unterschied: Statt schmollend den Klassenraum zu verlassen, schallt es mir entgegen: “Sind Sie umgezogen? Wohnen Sie jetzt in (Stadtteil von Bielefeld)”?
Joa mei! Schülern entgeht einfach nichts. Selbst, wenn sie dich nicht kennen, kennen sie dich.
 

Ein Wort für die Lehrer

09 Mrz

Ich bin ja wahrlich kein Fan der Springer-Presse, aber mit diesem Artikel spricht mir Birgitta vom Lehn aus dem Herzen:

Ja und? Ist es denn erwiesen, dass ältere Lehrer die schlechteren und jüngere die besseren Lehrer sind? Sind ältere Eltern weniger wert als jüngere und ältere Ärzte unfähiger als jüngere Kollegen? Warum erlaubt man sich aber, an reifen Lehrern zu zweifeln und zu mäkeln? (Welt Online)

Wurde auch Zeit, dass endlich mal jemand ein Wort für die (erfahrenen) Lehrer ergreift. Und weiter:

Und nun zur letzten Pfeilspitze: „Viele Lehrer hatten selbst schlechte Abi-Noten“. Wer an seine eigene Schulzeit zurückdenkt, wird feststellen, dass er nicht von dem Lehrer am meisten profitiert hat, der das meiste Wissen besaß, sondern von dem, der sein Wissen am besten zu vermitteln wusste. (ebd.)

Mein “Plädoyer für den dummen Lehrer” steckt schon in den Bloglöchern, wartet aber noch auf Überarbeitung. Dann wollen wir mal sehen, ob es sinnvoll ist, wenn nur Einser-Abiturienten Lehrer werden (ich bin keiner!, das vorab). Lehrer loben zu wenig, behauptet man, mein Lob gilt just in diesem Moment dem Springer-Blatt “Die Welt”.

 

Guten Flug!

23 Feb

Frau Schavan fordert laut Süddeutsche.de, dass Unternehmen “Top-Leute” freistellen sollen, damit diese an Schulen ein paar Stunden unterrichten. Großes Geprügel unter den Kommentatoren. Ich dagegen muss sagen, Frau Schavan agiert sehr geschickt und im Sinne des Gemeinwohls: Wie sonst soll man die ganzen Pfeifen davon abhalten, unsere Wirtschaft weiter in den Ruin zu treiben? (An dieser Stelle viele Grüße an den DAX! Guten Flug! Und ein Danke an Tanjev Schulz für den Kommentar.)

 
 

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