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Archive for the ‘Allgemeines’ Category

Axolotls wohin man schaut!

02 Apr

Mit diesem Axololt ist es wie mit allen fremden Begriffen, die man irgendwann einmal aufschnappt: Kaum hat es sich einem ins Gedächtnis eingegraben, schon sieht und hört man davon zu jeder möglichen Gelegenheit und findet es auch da, wo man nicht im Entferntesten damit rechnen würde.

Ich schlage also gerade unbekümmert Zuckmayers “Der Hauptmann von Köpenick” auf, um mir die “Hauptgestalten” und die Szenenfolge anzuschauen, als es mir prompt ins Auge springt:

4. Szene: Personalbüro der Engrossschuhfabrik ‘Axolotl’

Ist das nun eine Persiflage auf Salamander-Schuhe?  “Fest im Lebenskampfe steht, wer auf Axolotl geht!” heißt es in den Regieanweisungen zur vierten Szene, und wenn ich mich an die lustigen Lurchi-Heftchen von Salamander erinnere, wurde da auch gerne gereimt. “Fest im Lebenskampfe…” – klingt etwas martialisch, mag aber im anderen Axolotl-Fall sogar zutreffen: Wenn die Autorin(?) den Presserummel heil überstanden hat, kann sie wohl kaum noch etwas aus den Schuhen heben.

Bin mal gespannt, wann mir das nächste Mal ein Axolotl begegnet.

 
 

Das papiergefüllte Büro…

21 Feb

…hat manchmal eben doch Vorteile und ist zumindest bis zur flächendeckenden Einführung von Laptopipadsalleskönnergeräten umweltschonender als das papierlose. Einfach in einen Ordner greifen und die schon verwendete Kopiervorlage herausziehen geht einfach schneller und spart neben Strom auch Tinte und Zeit. Ich drucke mir in letzter Zeit auch häufig E-Mails aus. Muss beim Tippen gerade an den aktuellen Artikel bei Lernen heute über “digital natives” und “digital immigrants” denken, gibt es eigentlich auch “digital emigrants” und “digital exiled persons”?

Emigration. Ist leider keine Alternative. Beobachte zur Zeit die das Aggressive sanguinisch verpackenden Horden im manchen Netzwerken und sympathisiere immer mehr mit Schirrmacher, dessen Thesen durchaus nicht so dumm und von Ahnungslosigkeit gebeutelt sind, wie von manchen behauptet wird. Ich fühle mich nicht gut in gewisser Gesellschaft, der Bauch entscheidet: bald endgültiger Rückzug aus der Enge des Netzes. Auch aus der Dauerkontrolle, dem Ewigaufpassenmüssen, der impliziten Ersatzzensur. Ausbruch aus dem dauernden Eingekesseltsein von “Freunden”. Die Nase ist voll vom Pflegen eines digitalen Vorgartens, dessen Rasen immer kurz geschnitten, gebürstet und nach neuester Mode mit massentauglicher Föhnfrisur ausgestattet sein muss; dem Nachkriechen in neue Netzwerke,  dem Hinterherhecheln nach digitalen Trends.

Hier im Blog werde ich bleiben, wer mich sucht, wird mich hier finden. Ansonsten werde ich jetzt partiell digitalen Selbstmord begehen und mich aus den Bildungsnetzwerken weitgehend zurückziehen.

 

Tagesaktuelle Medienbeobachtungen

06 Feb

Gerade im nachmittäglichen Halb-Wachkoma auf der Couch DSDS geguckt und festgestellt, dass die Jugendlichen, die dort auftreten, ungemein durch darstellerische Fähigkeiten glänzen (Präsentationskompetenz per Brüstewackeln, Hüfteschwenk und laszivem Augenaufschlag), es aber an einem mangeln lassen: Textkenntnis. “Isch kann kein Text, de scheiß Text geht nisch in mein Kopf.”, führten etwa 50% der Probanden aus und behalfen sich Lady-Gaga-like mit “lalala” und “dadada”. In meiner nächsten Lyrik-Reihe kombinieren wir beides: Auswendiggelernte Texte werden angemessen präsentiert. Dann kann auch de Dieta nix mehr meckern.

Ach, was schreibe ich hier für einen Stuss? Eigentlich sollte ich ja Werbung für eine tolle Sendung mit de Gülcan machen. Mache ich auch, aber vorher schreibe ich dem ZDF eine Mail, in der ich darum bitte, doch diesen Blog-Beitrag zwischen Heute und dem Wetter anzukündigen. Einfach so, aus Kulanz. Könnten die doch mal machen, gell? Soll ich ja auch. Und dutzende andere Blogger vermutlich ebenfalls. Vielleicht schreibe ich auch der ARD auch noch eine Mail… (siehe zum Thema auch Hanjos Iwanowitschs Replik: “Promi-Pauker, nein danke“)

…und wo ich mich gerade im Bereich Medien verbissen habe: Wirklich Werbung mache ich jetzt mal für den Online-TV-Recorder, der mir mittlerweile eine ziemlich volle Festplatte beschert. Gerade die für den Unterricht brauchbaren schönen Dokus und Filme, die ich meist verpasse, lassen sich dort auch nachträglich noch in verschiedenen Qualitätsstufen herunterladen. Dabei ist das Preis-Leistungsverhältnis in meinen Augen angemessen.

 
 

Titel unnötig

01 Feb

Entschuldigt, aber zur Zeit bin ich ziemlich “durch” und ich versuche, meine Kreativität auf meine Unterrichtsgestaltung zu richten, anstatt sie im Blog zu verbraten, sofern man das mit Kreativität überhaupt machen kann. Wobei mir gerade auffällt, dass ich mir noch nie wirklich Gedanken über Kreativitätskonzepte gemacht habe: Was ist Kreativität, wo kommt sie her, kann man sie zielgerichtet nutzen, ist sie aufbrauchbar etc.? Spannend. Aber aktuell habe ich gut zu tun und versuche, in meiner Freizeit aufzutanken, statt zu schreiben. Aber heute ist ein beweglicher Ferientag und keine Klassenarbeiten in Sicht, da nehme ich mir die Zeit einfach mal wieder.

Eine Reihe zu Brechts “Mutter Courage” steht in einer mir unbekannten zehnten Klasse an und ich freue mich schon drauf, obwohl ich weder Mutter Courage schon einmal unterrichtet hätte, noch die Klasse kenne, aber ich denke, dass das spannend wird. Mittlerweile denke ich Unterricht auch viel vernetzter als früher. So weiß ich jetzt, worauf ich bei der neuen Klasse achten werde, damit sie im nächsten Jahr alle nötigen Grundfertigkeiten haben, die ich aktuell in meinen Oberstufenkursen vermisse. Dabei werde ich die Gnade des letztens Jahrgangs Mittelstufe nutzen: Frei von Abi-Obligatorik unterrichten zu können und dabei doch ein ordentliches Niveau und ein gewisses Maß an Reflektion erreichen zu können.

Das Zentralabitur hingegen macht Schüler zu Mastgänsen, denen man das Wissen mit einem Stock reinstopfen muss und Lehrer zu bestialischen Mästern – mir macht das keine Freude und ich habe jetzt schon den Horror vor den Prüfungen. Ob ich wohl die richtigen Schwerpunkte gesetzt habe? Oder ob ich noch mehr in die Breite hätte gehen sollen? Oder doch kompetenzorientierter? Oder sachorientierter? Noch instruktiver? Oder freier, kreativer? Ich mache eine Buddel Champagner auf, wenn sie diesen Psycho-Irrsinn hoffentlich irgendwann einmal wieder abgeschafft haben.

Und wo wir so in etwa beim Thema Kreativität sind: Gibt’s eigentlich schon erste didaktische Überlegungen zum iPad?

 

Von Komplexität erschlagen

20 Dez

Da hatte ich unlängst in Hinblick auf das Web2.0 den “Ruf eines Ertrinkenden” ausgestoßen, so dehnt sich dieses Gefühl des Überfülltseins, des Informations-Overkills langsam aber sich auf alle weiteren Bereiche aus. Mit einer unangenehmen Nebenwirkung: Ich bin mir meiner eigenen Urteilskraft nicht mehr sicher. Ich weiß auch nicht, wohin mit mir. Scheint wohl gerade eine wenig schöne Phase zu sein, die hoffentlich bald vorbeigeht.

Angestoßen wurde der obige Gedankengang von Christians Aufruf an die Bildungsreporter. Warum nicht, denke ich mir, lege mir kurz ein Statement zurecht, öffne das Programm für die Webcam und plötzlich kommen Zweifel: Hat das überhaupt einen Sinn, in diese Cam zu quatschen? Kannst du überhaupt qualifiziert zum Thema beitragen? Was willst’n du eigentlich beitragen, mal ehrlich betrachtet und auf lange Sicht? Willste etwa neue Folien vorstellen oder Tafelbilder präsentieren? Sind Unterricht und Bildung nicht viel zu komplex, um darüber auch nur irgendetwas mit dem Verstand möglichst objektiv Beurteiltes sagen oder berichten zu können? Wie sollst du kleine Leuchte mehr dazu beitragen können als pure, nackte und unqualifizierte Meinungsäußerungen, wenn es um die zahlreichen hochkomplexen Wechselwirkungen geht, die beim Lernen alle gleichzeitig eine Rolle spielen? Ich habe die Webcam daraufhin wieder ausgeschaltet.

Das Thema könnte ich jetzt beliebig ausdehnen: Auf Politik (“Ja mein Gott, was weiß ich denn, wer jetzt gerade die richtigen Rezepte hat? Wirtschaft, Parteien, soziale Frage – wie und woher soll ich da als Laie ein begründetes Urteil bilden können, ohne zwangsläufig im Ungefähren zu versacken?”), auf unendlich viele gelöschte Blogartikelentwürfe (“Hör doch endlich auf, so viel Nonsens zu schreiben, versenk dein Blog und lass andere den Job erledigen”) oder Klimawandel (“meinnameisthaseundichhabenullahnung – aber Ideologien”) oder wirtschaftliche Fragen (“Kurzarbeitergeld – joa mei. Vielleicht ist’s gut, vielleicht ist’s schlecht!? Bankenrettung – joa, pfffui, mag richtig, mag aber auch falsch sein!? Inflation? Deflation? Währungsreform? Joa, vielleicht, vielleicht auch nicht!?”)

Mal ehrlich: Ich habe doch keine Ahnung. Bildungsreporter? Ja oder nein? Was weiß ich denn schon?

 

Die Plage der Rechtschreibung

16 Nov

Wofür Rechtschreibung? Ja, diese Frage muss man sich als Deutschlehrer oft stellen lassen und insbesondere in Zeiten von Rechtschreibsoftware, die sogar die Grammatik mitprüft, muss man sich diesbezüglich rechtfertigen. Wieso noch rechtschreiben, wenn man doch in Zukunft gleich drauflostippen kann? Imeihmrn ist dcoh beseewin, dsas es früs Leveessrtäindns abnilcegh vlöilg ueerihnlbch ist, ob man rchet sbceriht oedr nihct. Warum, wofür, wieso also noch Rechtschreibung, dieses bare Folterinstrument der Deutschlehrer?

Wofür eigentlich gute Tischmanieren? Es ist doch wirklich jedem klar, dass Menschen sich auch ohne nennenswerte Schwierigkeiten mit blanken Fingern ihre Nahrung ins Gesicht stopfen können. Vom gesunden Butterbrot bis zur fettigen Pommes, von der mageren Karotte bis zum archaischen Mega-Hammer-Triple-Grilled-Cheeseburger. Warum, ja, warum drangsalieren wir unsere Kinder noch zum Umgang mit Messer und Gabel, diesem mühseligen Gestochere, wieso fordern wir von ihnen dieses tropfende Geeiere mit Löffeln, wo sie doch genauso gut aus der Schüssel saufen könnten?
Warum nicht dem natürlichen Bedürfnis nach Schlürfen und Schmatzen nachgeben, was doch in anderen Kulturen sogar gerne gesehen wird, und warum nicht am Tisch lustvoll einen fahren lassen, was doch so erleichtert? Wieso quälen wir unsere Schützlinge mit Bauchweh und qualvoll unterdrückten Eruktationen, die sie peinlich berührt durch die Nase entweichen lassen müssen? Weil wir eine Gesellschaft voller gemeiner Kindeshasser sind, auf formalen Peinlichkeiten bestehend, sadistische Knigge-Sklaven. Lasst uns die Tischmanieren abschaffen! Lasst uns Manieren abschaffen! Wir fordern Freiheit der Beliebigkeit!

Fortsetzung folgt. Thema: Warum unterjochen wir unsere Kinder der Plage des Kleidungtragens?

 

Paradoxes Missverhältnis

19 Sep

Die laufen doch nicht A-mok, weil sie Counterstrike spielen, sondern, weil ihre Mitschüler sie jahrelang quälen und im besten Fall ignorieren. Und dann kommen die auch noch ins Fernsehen und sagen da:“ Er war eigentlich immer alleine.“ (Frau Freitag)

Sie hat so recht. Dieses Missverhältnis in der Gewichtung des Konsums virtueller Gewalt (ganz egal, ob TV oder Computer) und realer, physischer und psychischer Gewalt spielt in unseren Medien und politischen Diskussionen kaum eine bis keine Rolle. Da bleibt der Täter brav ein Täter und was er sich in seinen mutmaßlich kranken Kopf medial hineingestopft hat, lässt er auf arme, unschuldige Mitmenschen los.

Auch die hinterher so oft gehörte hilflose Erklärung “er war ein Einzelgänger” macht wiederum ihn schuldig an seiner Einzelgängerschaft, er war eben so. Dass man ihn vielleicht selber dazu gemacht hat, dass er an dieser Sache nicht nur aktiv, was sich so deutlich im Sprachgebrauch ausdrückt, sondern vor allem auch passiv betroffen war, auf die Idee kommt niemand.

Nur Frau Freitag. Danke.

 
 

Bookshelf etiquette

29 Jul

Um das bloggerliche Sommerloch einmal kurz zu unterbrechen, hier ein knapper Hinweis auf einen schönen Artikel im Guardian: Bookshelf etiquette. How to arrange your books. Besonders schön finde ich diese Idee:

One colleague orders her books according to which authors she feels would be friends in real life – regardless of the centuries that separate them. (The Guardian)

 
 

Warnung vor Bildungsumfrage der ZEIT

11 Jun

Die wollen nur schnell mit ein paar dürren(!) Fragen ein paar Adresschen abgreifen und euch ein Abo unterschieben. Wenn ich sowas sehe, könnte ich Brechanfälle bekommen. Aber vielleicht mache ich auch noch ein paar Mal mit und gebe falsche Daten an, wer weiß…

Die große ZEIT-Studie »Bildung 2009«

Klick mich groß!

 
 

Aktivboxen plus USB-Stick

12 Feb

Bin auf der Suche nach klassenzimmertauglichen, tragbaren Aktivboxen, die mir erlauben, MP3s über einen USB-Stick abzuspielen. Oder einer ähnlich komfortablen Lösung, die ich in meinem Fach aufbewahren kann. Ein Kassettendeck bspw. wäre zu sperrig. Hat jemand einen Vorschlag, Erfahrungen, weitere Ideen?

 
 
 

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