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Archive for Februar, 2008

Die Verzeichnisierung der Welt

27 Feb

Was man so alles in den Nachrichten liest. “MeinVZ” wird jetzt auch noch von Holtzbrinck “gelauncht”. Das nennt man so. Man stellt keine Website online, man looonscht. Zielgruppe:

“Das dritte soziale Netzwerk der Holtzbrinck-Tochter richtet sich an Teilnehmer, die nicht oder nicht mehr studieren.”(Heise)

Na klar, das wird ein bombastischer Erfolg. Und danach brauchen wir nur noch ein Verzeichnis für Teilnehmer, die einmal studieren wollten, es dann aber unterließen. Und ein Verzeichnis für Studenten, die abgebrochen haben. Und ein Verzeichnis für Teilnehmer, die nicht studieren, es aber irgendwann noch wollen. Und für Studenten, die kein Studentenfutter mögen. Und für Studentinnen, die Hausfrauen wurden. Und… und… und…

Aber Obacht! Heutige Meldungen auf Spiegel-Online lassen für die Holtzbrinck-Datensammelmaschinen das Schlimmste erahnen:

SPIEGEL ONLINE: Konkret: Zu Ihnen kommt ein Staatsanwalt mit 30 Fotos aus StudiVZ-Profilen, die Leute anscheinend beim Kiffen zeigen. Er verlangt Klarnamen zu den Profilen und allen Kommentaren. Was machen Sie?

Riecke: Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben. Nutzungsdaten speichern wir bei allen Nutzern, die uns das erlaubt haben durch ihre Einwilligung. (Spon)

Fein! Diese offene Entwicklung lobe ich mir! Bekomme ich dann als Lehrkraft auch Auskünfte zu abgeschriebenen Hausaufgaben beim SchülerVZ? Mit Klarnamen, versteht sich.

 
 

Vorsicht! Hausaufgabenloch im Internet!

26 Feb

Ich benutze das Internet jetzt regelmäßig seit 1999. In diesen knapp neun Jahren bis heute ist es mir noch nie(!) passiert, dass eine E-Mail ihren Empfänger oder mich nicht erreicht hätte.

Seit ich jedoch wichtige Hausaufgaben per E-Mail einfordere, scheint dieses Internet zum reinsten Datenshredder zu verkommen…

 
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So!

24 Feb

Da mein Provider es nicht gebacken bekommen hat, einen korrekt codierten SQL-Dump einzuspielen, habe ich das jetzt einfach selber erledigt. Es ist manchmal doch verdammt hilfreich, ein Linuxsystem zur Hand zu haben, welches einen in solchen Fällen mit allen nötigen Konsolenbefehlen versorgt.

Kategorien, Blogroll und alte Beiträge sehen jetzt wieder so aus wie früher, leider haben nun alle Beiträge, die nach dem Umzug geschrieben wurden unter demselben Problem zu leiden. Aber da das nur eine Handvoll ist, kann ich das manuell wieder geraderücken.

 
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Kostenloses Material…

23 Feb

…im Kontext mit Preisausschreiben. Ich hatte ja schon einmal eine Idee zum Thema “kostenloses Material”. Auf den Nachdenkseiten gibt es analog dazu aktuell herbe Kritik an einem Lehrerpreis des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, der im Rahmen der Bildungsmesse Didacta verliehen wurde.

Kostenloses Material plus einen Preis von 10.000€(!) für den ersten Platz – das ist dann wohl Verlockung genug. Für 10.000€ verschachern wie die Kritikfähigkeit unserer Schüler…

Da wird mir wieder einmal deutlich, warum mein Fachleiter so viel Wert auf eine ausführliche Sachanalyse legt – leider fehlt meist die Zeit, um für jedes Material eine solche vorzunehmen, besonders, wenn man Fächer fachfremd unterrichtet.Bei solchem Material muss man die Augen allerdings weit öffnen: Als Lehrer muss man gerade geschenkten Gäulen tief ins und vor allem: aufs Maul schauen.

 

Unterrichtsbesuchstage

22 Feb

Ich hasse sie. Sie bedeuten (sinnlose?) Zeitverschwendung, weil man seine Kräfte und Gedanken alleine auf eine einzige Stunde in der Woche richtet, plant, grübelt, überlegt, entwirft, verwirft, umbaut, kritisiert, neu beginnt, plant, grübelt, überlegt, etc. etc.

Grauenhaft. Am Tag vor Unterrichtsbesuchen bin ich dann ein Nervenwrack, habe mindestens zwei Nächte schlecht geschlafen, bekomme Geistesblitze grundsätzlich erst am letzten Tag um zwanzig Uhr, schreibe dann bis halb eins in der Nacht noch am Entwurft, tippe am Tag des Unterrichtsbesuchs immer noch an meiner Stundenplanung, würde am liebsten nochmal alles umwerfen, meinen Fachleiter anrufen, ihm meine vollständige Unfähigkeit gestehen, die weiße Fahne schwenken und hadere gleichzeitig mit meiner Dummheit und didaktischen Unfähigkeit.

So wie gestern. Und heute morgen.

So wie heute morgen stehe ich an der Bahnhaltestelle, wobei es nur zu logisch ist, dass ich mir Unterrichtsbesuche auf Tage lege, an denen der öffentliche Dienst streikt. So stehe ich dann innerlich fluchend an der Stadtbahn-Station, gehe noch einmal alle zu machenden Kopien durch und gräme mich schon im Voraus für meine schlechte Stunde. Nur Unterrichtsgespräch und Partnerarbeit, wenig Medien – das Grauen pur.

Wenn ich dann endlich in der übervollen Bahn stehe, gewinnt die Einfahrt in den Bielefelder Untergrund symbolischen Gehalt. Mein Neid wächst auf die junge Frau, die sich über den Streik freut, weil sie nun zu spät zur Arbeit kommen darf, mein Neid wächst auf die Straßenbahner, weil die streiken dürfen, was ich jetzt auch gerne täte. Stattdessen transportiert mich ausgerechnet die eben noch streikende Bahnfahrerin zum Ort der baldigen Schmach und Schande, aber ich könnte heute ja ausnahmsweise mal bis zur Endstation durchfahren…

…finde letztlich aber doch den Weg zum Ausgang, Wind schlägt mir ins Gesicht, dicke Wolken dräuen dunklen Regen, ich schlage den Kragen hoch und mache mich auf den Weg, der hohe Turm zur Rechten weist den Weg, meine Uhr ist stehengeblieben, wie ich feststelle. Stehengeblieben! Das letzte Mal blieb sie bei meinem Deutschbesuch stehen (ja, wirklich und ich beendete die Stunde 5 (in Worten: fünf) Minuten zu früh), was nichts Gutes bedeuten kann, und so gehe ich weiter meinem Unheil entgegen.

Im Gebäude fix alles kopiert, ein Wasser gegen den trockenen Hals besorgt, der Gong tut das, was er am besten kann und los geht’s. Erste Stunde, die Nervosität verfliegt, Gong, Besuchsstunde, schnell Fachleiter und Direx abgeholt, warten auf den.. Gong und ab dafür. Der Start schleppt, ich muss den miserablen Stundenplan so gut als möglich durchziehen, hier und da kleine Abweichungen einbauen, Schülergedanken wieder auf Linie bringen, Ergebnisse sichern, Transfer vollziehen lassen, Hausaufgabe rausgeben, Stunde beenden, wo bleibt denn der – Gong!

Wie ich diesen Gong liebe! Klamotten schnell packen, das miese Gefühl auch irgendwohinstecken, Ausbildungslehrer kommt, freut sich(?), Direx drückt mir freundlich den Arm(?), der Fachleiter sagt was von “gutes Konzept”(??), lobt die Moderation(!) und erinnert an die Nachbesprechung am Montag. Ich bin verwirrt, beginne aber langsam zu begreifen, dass die ganze Sache gar nicht übel gelaufen sein muss.

Ich bin mal gespannt auf die Einzelgespräche mit dem Direx und dem Fachleiter, aber eines habe ich jetzt wiedergewonnen: innere Ruhe! Und die werde ich mir heute gönnen!

 

Rumkriegen

21 Feb

Bin gerade dabei, meinen morgigen Unterrichtsbesuch nach Kräften zu versemmeln und jetzt streiken auch noch die Bahnen. Bin ich froh, wenn der Tag um ist…

 
 

Spiegel Wissen

21 Feb

Ich schimpfe und meckere über Spiegel-Online ja genau so oft, wie ich darin lese. Mit dem neuen Angebot Spiegel-Wissen haben die Hamburger aber den Vogel abgeschossen. Große Klasse und aus Kulanz muss ich jetzt wohl den Ad-Blocker abschalten…

 
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Problemorientierung – Kompass für den Unterricht?

20 Feb

Nachdem der Unterricht gestern eher mittelmäßig bis schlecht war, ist es heute wieder richtig gut gelaufen. Das ist schön, wenn man mit einem beschwingten Gefühl die Schule verlassen kann und nicht darüber grübelt, was man alles hätte besser machen müssen. Ich hätte zwar heute auch eine Menge besser machen können, aber bin dennoch zufrieden mit dem heutigen Unterricht.

Geholfen hat mir der Groschen, der erst gestern dank des Fachseminars Geschichte fiel, in welchem wir zuletzt “Problemorientierung” als Leitlinie für Unterrichtsreihen und -stunden ausgemacht hatten. Problemorientierung ist sehr hilfreich, wenn man einen roten Faden für Reihen oder Stunden sucht und hilft gleichzeitig dabei, langweilig scheinende Themen interessanter zu machen. Hat man dies vor Augen, fällt einem die Einzelplanung gleich viel leichter.

So brauchte ich darum gestern nicht allzulange grübeln, um aus dem Thema “Brutto – / Nettoverdienst” etwas spannender “Statt Brutto nur Netto. Ungerecht?” zu machen. (Jaja, man hätte das eleganter formulieren können…) So verliert man auch das Stundenziel nicht aus dem Auge und hat eine Stoßrichtung für die Transferphase. Auch Arbeitsblätter lassen sich viel leichter erstellen, wenn man weiß, wohin der Hase ganz genau laufen soll. Denn eigentlich sind alle Themen Fässer ohne Boden, die man ohne sinnvolle Einschränkung niemals füllen könnte. Problemorientierung hilft dabei.

Gleiches in Politik: Sichern Grundrechte ein friedvolles Zusammenleben oder provozieren sie Konflikte? Ist viel ergiebiger als “Wir machen heute Grundrechte…”. Gleichzeitig zwingt die Problemorientierung dazu, einen gelungen Problemaufwurf als Einstieg der Stunde zu wählen, alternativ zum kreuzöden “…schlagt dafür Seite XYZ auf…”, und man weiß, was man mit dem angebotenen Material aus dem Schulbuch abseits der dortigen Arbeitsaufträge machen kann. Die Schüler provozieren solcherart gewählte Themen zum Nachdenken. Es ist nämliche eines, etwas über das Grundrecht Glaubensfreiheit zu lernen und ein anderes, die Diskussion um ein Minarett in der Nachbarschaft zu verfolgen. Da kommt man dann runter vom Politik-Blabla und kann mal in medias res gehen. Das eine verleitet zu vorschnellem Kopfnicken, das andere verlangt Überlegung, Diskussion und ein begründetes Urteil.

Problemorientierung – in goldenen Lettern an die Wand über den Schreibtisch?

 
 

Zeitmangel

19 Feb

Ich habe leider gerade keine Zeit, um die Umlautprobleme selber aus dem Weg zu schaffen, daher blogge ich zunächst einmal in einer umlautfeindlichen Umgebung weiter. :-( Lisas Kommentar habe ich in weiser Voraussicht nebst Beitrag gerettet.
Wird später nachgefügt.

 
 

Ärgerlich

18 Feb

Hrmpf. WordPress kommt mit dem Serverumzug nicht klar – alle anderen Applikation, die ich so laufen habe wie Serendipity, Moodle oder Dokeos, funktionieren nach wie vor einwandfrei. Das neue Einspielen des Dumps hat auch nicht geholfen. Wenn sich das Problem nicht irgendwie anständig beheben lässt, migriere ich dieses Blog auf Serendipity – dann war’s das mit der WordPress-Herrlichkeit. :-(

 
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