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Archive for April, 2007

Achtzig Prozent

21 Apr

Über ats20 bin ich drauf gekommen, auf einen Artikel in der ZEIT “Wo die Lehrer sitzenbleiben“. Daraus ein Zitat, auf das man oft stößt, wenn man Artikel über Schule, den hohen Norden und PISA liest:

Heute ist die Elite in der Mehrheit. Von jährlich 57000 Schülern bleiben nur 200 ohne einen Abschluss, 46000 verlassen die Schulen mit Abitur oder Fachhochschulreife. Das sind 80 Prozent eines Jahrgangs, fast doppelt so viel wie in Deutschland.

Das ist schön und möglicherweise sogar auch sehr gut. Achtzig Prozent hört sich nach einer Menge Holz an, nach wahnsinnig guter Arbeit, nach Beschämung für das deutsche Schulsystem, dem ich wohlgemerkt skeptisch gegenüberstehe, auch wenn das im Folgenden nicht so klingen mag.

Es ist die Tatsache, dass man Abitur und Abitur in der Presse einfach so nebeneinanderstellt. Hier das eine, dort das andere; hier dreißig Prozent, dort achtzig Prozent. Was die Worthülse “Abitur” aber inhaltlich bedeutet, welche Unterschiede inhaltlicher Art gemacht werden, sprich: welche Qualität das Abitur letztlich hat, davon spricht niemand. Auch die strukturellen Unterschiede werden ausgeklammtert. Einfach ein paar Zahlen in den Artikel – peng – Klappe zu, Affe tot. Das ist mir, bei allem Interesse an einem integrierenderen Schulsystem, dann doch zu einfach.

Gleiches bei den oft bemühten Vergleichen der Anzahl der Studierenden. Ein Seminarleiter wies uns darauf hin, dass man in – war es nun Schweden oder Finnland – für Berufe ein Studium aufnehmen müsse, die man hier mit einer Ausbildung abdecke. Wenn unsere Krankenschwestern und Erzieherinnen studieren würden, sähen unsere Studierendenzahlen auch anders aus. Um ein wirklich vergleichbares Ergebnis zu bekommen, müsste man diese Statistiken erst entsprechend bereinigen.

Bei allem, was da oben besser laufen mag, aber bei solch einfachen Vergleichen werde ich immer skeptisch, solange ich nichts genaues weiß.

 

Unterrichtsausfall

19 Apr

“Unterrichtsausfall” ist ein dummes Wort: Wir sollten den gemeinten Sachverhalt lieber “Bildungsausfall” taufen. Dann könnten Politiker sich nicht mehr so hübsch herausreden:

Ein-Euro-Jobber am Lehrerpult (Süddeutsche)

(via Herrn Rau, der sich auch zum Grammatiktest äußert)

 
 

Die Tücken der Grammatik

19 Apr

Im Lehrerzimmer. Die Pinnwand. Ein neues Blatt unweit der Vertretungspläne. Fast durchgehend mit gelbem Textmarker markiert. Die Überschrift: “Germanistikstudenten mit Grammatiklücken“. Quelle: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Ertappter Blick über die Schulter, guckt auch niemand? Mehr als zwei Drittel der Germanistikstudenten erreichten in Grammatik nicht den Kenntnisstand von Fünft- und Sechstklässlern.” heißt es da und weiter: “77,5 Prozent der bayerischen Teilnehmer in Erlangen erkannten „käme“ nicht als Form des Konjunktivs Imperfekt, 88,2 Prozent bestimmten „manche“ nicht als Pronomen, und 86,6 Prozent konnten „dort“ nicht als Adverb identifizieren.” Studenten aus Bayern! Was soll ich als Nordrhein-Westfale denn da sagen? Read the rest of this entry »

 
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Posted in Diskurs

 

“Mischwald ist besser als Monokultur”

12 Apr

So lautet These 1.1 in Hilbert Meyers “Was ist guter Unterricht”, nachdem Meyer zugibt, auf der Grundlage empirischer Studien seine Vorurteile Offenen und direkten Unterricht betreffend fallenlassen zu müssen. Ich bin erstaunt.

Folgt man Meyer und geht noch ein kleines Stück weiter als Meyer selbst, dann kann man zu dem Schluss kommen, dass die Frage nach dem “richtigen Konzept” möglicherweise nicht die entscheidende für guten Unterricht ist. Doch dabei bleibt es nicht. Weitere erstaunliche Befunde listet Meyer auf:

Geringen Einfluss auf die Qualität des Unterrichts haben, laut Meyer, die Klassengröße(!), das Unterrichtsmaterial und der Gebäudezustand, und auch eine hohe Schülerbeteiligung sei nicht automatisch Maßstab für Lernerfolge. Read the rest of this entry »

 
 

Einige Links

10 Apr

Ich hatte ja zuletzt etwas von “Dokeos” geschrieben, einem Learning-Management-System, das ich ausprobieren wollte. Leider hatte ich im Beitrag dazu nur einen Link zur Dokeos-Herstellerseite mitgegeben, wobei doch der Link zu OpenSourceCMS viel interessanter gewesen wäre. Dort kann man nämlich ohne Anmeldung verschiedene CMS, LMS, Wikis, Forensoftware, etc. in Demoinstallationen als Admin und Normaluser ausprobieren, sodass man sich nervtötendes Herumprobieren auf dem eigenen Server sparen kann.

Ferner gibt es einen schönen Beitrage beim Lehrerfreund zum Thema “Wie organisiert man sein Leben als Lehrer/in?“, angeregt durch eine Referendarin. Lesenswert sind darüber hinaus auch zwei neue Lehrerblogs, auf die ich gestoßen bin: Klittersplitter, das mir per Technorati nahegebracht wurde, und “Gesammelte Materialien” (via JochenEnglish).

 

Dokeos und Datenbank

09 Apr

Aufgrund der erwarteten Datenbankprobleme ist hier leider ein Kommentar von rip gelöscht worden. Entschuldigung.

Ich wollte eigentlich nur das LMS “Dokeos” ausprobieren, aber dieses Vorhaben hat sich nun erledigt, nachdem die Installationsanweisungen angaben, alle vorhandenen Datenbankinhalte löschen zu wollen, bevor ihro Heiligkeit seine gesalbten Tabellen einzupflegen belieben würde. Ich habe das für einen schlechten Witz gehalten und trotzdem installiert – mit dem Resultat, dass ich nun ein Backup von heute Morgen einspielen musste. :-(

Dokeos ist damit aus dem Rennen.

 
 

Web 2.0 in der Schule

07 Apr

Appendix hat mich darauf gestoßen: Auf einen Vortrag von Gabi Reinmann, Professorin für Medienpädagogik an der Uni Augsburg, zum Thema “Lehrerbildung und Web 2.0″, der sich im Kern mit innerem und äußerem Wissensmanagement beschäftigt und damit, wie Web 2.0 die herkömmliche Art und Weise, Wissen zu organsisieren, aufbrechen und bereichern kann. Ist sonderbar, das eigene Blog, wenn auch nur am Rande, thematisiert auf einer Fachkonferenz zu sehen, aber zugegebenermaßen auch erfreulich. ;-)

Weitere Vorträge, die im Rahmen der Fachtagung “Web 2.0 in der Schule” erstellt worden sind, sind als Videos online verfügbar – und den Titeln zufolge sind eine Menge interessante Themen darunter. Von Wikis über Blogs und Podcasts bis hin zu Webquests scheint alles vertreten, was in der Web2.0-Welt Rang und Namen hat. Über den Sinn von Wikis abseits der Sammlung enzyklopädischen Wissens bin ich mir auch noch nicht so recht im Klaren – da werde ich mir mal das ein oder andere Video “reinziehen”.

 
 

Erkältung

06 Apr

Mit den ersten Ferientagen kam die Erkältung. Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen. Und das nach anderhalb Jahren ohne Erkrankung. :-(

 
 
 

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