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Archive for März, 2007

Etwas vertreten

28 Mrz

Heute überraschend meine erste Vertretungsstunde gehalten, quasi als vorgezogene Premiere an meiner Schule, weil ein Kollege akut zum Arzt musste. Also ohne Vorbereitung spontan mit dem Buch in der Hand etwas zur Paulskirche runtergegeiert, die mir – offen gestanden – nicht das liebste Thema ist. Das ist irgendwie zäääääh… die spannenden Sachen liegen alle entweder davor oder danach. ;-)

Ging aber, habe viel zu viel Zeit beim Thema “Frauenwahlrecht” verplempert, dafür die Frage nach den deutschen Grenzen nicht mehr geschafft. Ehrlich gesagt fehlt mir auch noch etwas der Überblick, was Schüler einer bestimmten Alterstufe pro Stunde an Stoff vertragen. Das geforderte Schema mit Stundeneinstieg, Problemaufwurf, etc. habe ich wohl nicht eingehalten, was aber auch kein Wunder ist. Die Schüler waren sehr brav und haben sich auch rege beteiligt, obwohl sich das ja notenmäßig bei mir gar nicht lohnt. Hoffe, dass ich mir wenigstens eine Handvoll Namen merken kann.

Regulär geht es erst nach den Osterferien los. Ein Geschichts-GK steht schon fest, ein Deutsch-LK auch. Ist stark oberstufenlastig, aber es soll später schwer werden, in Leistungskurse hineinzukommen, weshalb ich für meinen zwölfstündigen Ausbildungsunterricht lieber versuche, mir die LKs anzugucken. Leider liegen viele Stunden an meinem Seminartag, sodass mir alleine dadurch viele Kurse und Klassen durch die Lappen gehen.

Habe den Eindruck, dass man als Referendar für eine gewisse Zeit einen “Newcomer”-Bonus bei den Schülern genießt. Die hören immer alle sehr gespannt zu, wenn ich rede. Vermutlich bleibt das aber (leider) nicht ewig so.

 

Vorauseilende Unterstützung

27 Mrz

Gestern im Seminar kamen zum ersten Mal Disziplinprobleme zur Sprache, angeregt durch eine Referendarin, die solche massiv erlebt hatte.

Dabei ist mir noch einmal eingefallen, dass sich an meiner Schule einige Lehrer schon demonstrativ hinter uns gestellt haben, gleichwohl wir nur hospitiert haben. “Das sind voll ausgebildete Fachkräfte und wenn ihr glaubt…, dann…!”

Natürlich hörte sich das um einiges charmanter an, als es sich hier liest, aber die Aussage war dennoch deutlich. Fand ich gut – denn so fühlt man sich nicht “zwischen den Fronten” alleine gelassen.

Denn so richtig als Lehrer wird man von den Schülern noch nicht wahrgenommen, wie sich mir aus Beobachtungen erschließt. So meinte ein Mittelstufenschüler bei meiner kurzen Vorstellung in der Klasse, ich solle doch weiterreden, die Unterrichtszeit müsse ja rumgehen. Dass ich jetzt auf der Seite der Leute stehe, die nie genug Zeit haben können, hat der junge Mensch noch nicht begriffen. Aber diese Erkenntnis kommt noch… ;-)

 
 

Geschichte, Abi, Distanz und weiß der Himmel was noch…

23 Mrz

Geschichte ist ein schwieriges Thema. Für die Kleinen ist es unendlich fern – und für die Großen ebenso, wie ich im Hauptseminar feststellen durfte. Für Nichtlehrer: Im Hauptseminar sitzen Referendare unterschiedlicher Fächerkombinationen und setzen sich dort mit eher allgemeinen Themen auseinander, wogegen Fachseminare nur von Referendaren des jeweiligen Fachs besucht werden.

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Zwanzig Jahre

20 Mrz

“Guten Tag, mein Name ist Hokey. Ich wurde in einer heilen Welt geboren, als die Bäume noch grün und die Flüsse noch klar waren, die Fauna sich saftige Auen teilte und Smog und Stau ins Reich der Fabeln und Legenden gehörten.”

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Lückentexte online erstellen

17 Mrz

Habe gerade einen netten Hinweis auf diese tolle Seite des Goethe-Instituts bekommen. Dort kann man online schnell und einfach Lückentexte erstellen. Beispielsweise diesen hier:

Habe gerade einen ____________ Hinweis auf diese __________ Seite des Goethe-Instituts bekommen. Dort kann man online ______________ und ______________ Lückentexte erstellen. Beispielsweise diesen hier:

Weiterhin kann man Textabschnitten Überschriften zuordnen oder ganze Textzeilen durcheinanderwürfeln und sie von Schülern wieder ordnen lassen.

Ferner wurde mir nahegelegt “Hot Potatoes” herunterzuladen, aber das muss ich erst noch ausprobieren…

 
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Die erste Stange

17 Mrz

Ich habe den letzten Beitrag entfernt, weil er nach den nötigen Kürzungen ein völlig(!) falsches Licht auf die Schule werfen würde. Der Beitrag funktionierte nur als Ganzes; jede Kürzung bzw. noch weitergehende Anonymisierung als im Ursprungsbeitrag hätte schlechterdings die Schule als Ganzes in Kritik gestellt. Danke an Jochen für den Hinweis.

Das war meine erste Stange Kreide, weitere werden folgen. Themen dieser Art werden jedoch nicht ausgespart – lediglich andere Formen und Anlässe werden gefunden werden müssen.

 
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Dies und das

15 Mrz

In Gesprächen mit anderen Referendaren stelle ich fest, dass (noch) keiner sich traut, zum Arzt zu gehen, wegen möglicher Folgekosten. Ich bin zum Glück ohne körperliche Beschwerden, habe aber meinerseits auch keine Vorstellung, worauf man achten muss bei diesem ganzen Beihilfe- und Versicherunggedöns. Das ist der Vorteil der Schriftsprache: sie kodifiziert und balsamiert, aber gleichzeitig entstehen auch undurchdringliche Dschungel, durch welche nur noch Fachleute ihren Weg finden. Ist ja ganz nett, wenn man alles irgendwo nachlesen kann, hilft aber wenig, wenn es unverständlich strukturiert und formuliert ist. Read the rest of this entry »

 

Mitläufer

14 Mrz

Ich bin ein Mitläufer. Den ganzen lieben langen Tag bin ich mit einer Mittelstufenklasse mitgelaufen und habe so Unterricht der verschiedensten Sorte aufgetischt bekommen. Zum Beispiel einen frontal- und sehr lehrergesteuerten Unterricht, der aber humorvoll und ergebnisorientiert vermutlich die Aufmerksamkeit aller Schüler genossen hat. Read the rest of this entry »

 

Miese Gerüchte

12 Mrz

Konnte heute einem miesen Gerücht die Maske von der Fratze reißen. Böse Zungen hatten kolportiert, ein Fachleiter habe angeordnet, seine Referendare dürften nur mit Stoffhose und Ledertasche zur Schule kommen – weil das mehr Respekt verschaffe. Jeans und Rucksack seien tabu.

War natürlich Blödsinn. Die betreffende Person hatte nur das Thema “angemessene Kleidung” angeschnitten und ihre Sicht der Dinge dargelegt. Die von mir interviewten betroffenen Referendare guckten alle ganz erstaunt, als ich sie darauf ansprach.

Was lernen wir daraus? Wenn die Süddeutsche morgen wieder über fiese Fachleiter schreibt: glauben Sie nix! ;-)

Weiterhin war der heutige Tag lehrreich in Sachen Basisdemokratie. Etwa 160 volljährige und schwer motivierte junge (und weniger junge) Referendare hatten sich bei bestem Wetter für eine Stunde lang in einen muffigen Raum sperren lassen, um dort Vornamen zu wählen. Aus den Vornamen, die auf Nachfrage auch ihre Fächer preis gaben, wurden dann unsere Seminarvertreter, von denen niemand so recht weiß, was sie tun und warum sie es tun sollen.

War also unglaublich sinnvoll diese Wahl, was man besonders an den Kommentaren ringsherum hören konnte: “Wählst Du nach Namen oder nach Aussehen?” “Also der Typ macht doch optisch schon mal ‘nen ganz kompetenten Eindruck, oder?” Am Besten war am Ende die Protokollantin, als sie ganz zum Schluss zum “Sieger” der “Wahl” sagte: “Deinen Namen habe ich noch nicht…”

 

Splitter

08 Mrz

Ich sitze vor meinem Schreibtisch, packe zwei schwere Bücher aus meinem Rucksack auf die Platte, krame die rote Butterbrotdose hervor und habe ein déjà-vu. Nur stehe ich nun auf der anderen Seite. (Komm Luke…)

 
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