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Archive for Oktober, 2006

Das Typhusprojekt – im Internet!

26 Okt

Das Typhusprojekt ist eines der bekanntesten Projekte, das etwa in den 1920er Jahren von E. Collings nach der von John Dewey und W.H.Kilpatrick entworfenen Projektmethode durchgeführt wurde. Dewey und Kilpatrick setzen bei ihrer Pädagogik besonders auf Pragmatik und betonen die Wichtigkeit der konkreten Handlung beim Lernen. Weniger das abstrakte Lernen im luftleeren Raum schwebte ihnen vor, als vielmehr ein Lernen, das aus alltäglichen Fragen gespeist und durch die Entwicklung eigener Lösungsvorschläge und Handlungsansätze getragen werden sollte.

Collings hat dazu exemplarisch das sogenannte Typhus-Projekt dokumentiert. Dort wurde eine Frage aus dem alltäglichen Leben aufgeworfen (Fernbleiben eines Mitschülers), die Schüler gingen den Ursachen der Krankheit (Dreck, Fliegen, Hygiene) auf den Grund (häufige Erkrankungen dieser Art in der Familie) und erarbeiteten verschiedene Lösungen, um das Problem zu beseitigen. Nachdem sich eine Lösung als praktikabel erwiesen hatte, schrieb man einen Brief an eine zuständige Behörde, um dort auf das Problem und seine Lösung aufmerksam zu machen.

Nach Dewey sollten junge Menschen auf diese Weise zu demokratischen, sprich: eigenverantwortlich handelnden, sozialen und engagierten Teilnehmern ihrer Gesellschaft erzogen werden.

So weit, so gut. Nun erlebt das Typhus-Projekt eine Wiederbelebung – im Internet! “The River City Project” heißt ein Projekt der Universität Harvard, welches eine virtuelle Lernumgebung wie in einem Computerspiel schafft. In dieser Umgebung müssen die Schüler, wie beim Typhus-Projekt, einer rätselhaften Epidemie in einer Stadt des 19. Jahrhunderts auf die Spur kommen, Lösungsansätze finden, sich darüber austauschen und ihre Theorien praktisch erproben.

Das Projekt findet also vollständig im Internet statt. Losgelöst von Sachzwängen (wann hat man schon mal eine hübsche Epidemie, auf die man gefahrlos Schüler loslassen kann?) kann man dort Projektunterricht im besten Sinne der Ideen Deweys machen! Anstatt am Ende des Schuljahres den typisch deutschen Pseudoprojektunterricht unmotiviert dranzupappenn, kann man nun möglicherweise ausgerechnet im virtuellen Raum “echten” Projektunterricht durchführen. Allerdings müssen dafür die technischen Voraussetzungen erfüllt sein.

Das Interface der Lernumgebung macht einen übersichtlichen Eindruck, und auf der Homepage des Projekts findet man auch einige Videos und Screenshots. Wenn diese Methode die motivationalen Anreize eines Computerspiels mit fundierten Lernergebnissen verknüpfen kann, bin ich hellauf begeistert! Wer weiß, vielleicht arbeitet in zehn Jahren ein Team von Programmierern für das Kultusministerium und entwirft nach didaktischen Maßgaben Lern-Computerspiele…

 
 

Sushee ist Schuld!

26 Okt

Jetzt bin ich auch googlefiziert. Damn! Und dabei sehe ich doch die gierigen Krakenarme förmlich auf mich zuzappeln, mich umschlingen, mich fesseln. Aber die Google Coop-Funktion, die es einem ermöglich, eigene Suchmaschinen zu kreieren, ist einfach zu verlockend. Man fügt einfach ein paar Seiten zu seiner persönlichen Suchmaschine hinzu und Google durchsucht dann wahlweise nur diese Seiten oder legt bei der Suche den Schwerpunkt auf diese Seiten.

Wer das ganz groß aufziehen möchte, kann noch ein paar Contributors einladen, die dann mit ihm die Suche mit passenden Seiten füttern. Ich habe mal probeweise eine Bildungssuchmaschine angelegt, die bspw. Universitäten, Lehrerseiten, Ministerien, Bundeszentralen für politische Bildung oder private Seiten durchsucht. Die Ergebnisse sind tausendmal besser als die der normalen, werbeverseuchten und SEO-vergeigten Google-Suche. Zwar wird hier auch die kontextbasierte Werbung eingeblendet, aber diese schleicht sich nicht zwischen die inhaltlichen Ergebnisse!

Mir schwebt schon eine Schüler-Suchmaschine vor… “Bitte nehmen Sie doch diese Suchmaschine hier… handgepflegt und viel besser als der herkömmliche Google-Müll…”

Ganze Kollegien könnten eine Schulsuchmaschine mit handverlesenen Seiten füttern… *schwärm*

(via Su-Shee)

 

Einbildung

26 Okt

Da ja die “Lehrerfehler” noch rechts in der Seitenleiste stehen, hier ein Hinweis auf einen Artikel in der Süddeutschen, wie das Selbstbild von Lernern Einfluss auf deren Leistung nimmt.

 
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Teil 4: Auch Lehrer machen Fehler.

13 Okt

Tafel

Wer zum ersten Mal über Lehrerfehler stolpert, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Nahezu alle Vorurteile über den Notenwürfel scheinen wahr zu werden…

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-ohne Worte-

02 Okt

»Die Nationalsozialisten waren Meister der Gemeinschaftserziehung, das darf man nicht verschweigen.« Oder wenn er sagt: »Gehorsam verlor in den letzten vierzig Jahren jedes Ansehen in der Pädagogik, aber nicht in der Armee.« Und man bekommt mehr als eine Ahnung, wofür er seine Schüler fit machen will, wenn er feststellt: »Soziale Tugenden, die Menschen für Extremsituationen qualifizieren, wie sie der Krieg mit sich bringt, bedürfen der Übung wie andere Tugenden auch.«

(Weniger Disziplin bitte! – DIE ZEIT, 28.09.2006 Nr. 40)

 
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